Das fängt ja gut an...

Mittwoch, 23. Januar 2008, 10:28

Hallo allesamt!
Übrigens noch ein frohes neues Jahr hinterher (sind das die spätesten Neujahrsgrüße, die ich bisher geschrieben habe? Ich hoffe doch). Hier ist in letzter Zeit relativ viel los, deshalb kam auf der Site nicht so viel an. Als ich aber heute morgen meine alltägliche Slashdot-, Heise-, Kerneltrap-Runde machte, stieß ich auf etwas, das mir das nicht vorhandene Frühstück wieder hochkommen ließ...
Und auch auf die Gefahr hin, ein bisschen wie Waldorf oder Statler zu wirken... Das hier ist die dämlichste Idee bislang in diesem Jahr!
Ich weiß, Standards sind böse und Microsoft hat eine relativ lange Geschichte, in denen man mit denselben gekämpft hat. Jetzt will man den IE8 entwickeln und nicht wie beim IE7 zwei Rendermodi (den Standards-Mode, in dem die Website [im Rahmen der Möglichkeiten des IE] standardkonform gerendert wird und den Quirks-Mode, in dem die Seite... naja, die Worte steaming pile of crap kommen mir in den Sinn) sondern gleich drei implementieren: Den Ultra-Super-Standards-Mode (nein, wahrscheinlich heißt er irgendwas mit .net, oder ist das auch schon wieder out?)
Sollten die Pappnasen vom IE-Team das wirklich durchziehen, hat das sowohl für sie selbst als auch für Designer und Benutzer von Webseiten weitreichende Konsequenzen:
Die Programmierer müssen sich ab sofort um drei Rendering-Engines mit drei Sätzen von Rendering-Bugs, drei Sammlungen von Sicherheitslücken und drei Orten zur Geschwindigkeitsoptimierung auseinandersetzen. Wenn der IE9 dann irgendwann einmal kommt und der Plan so umgesetzt wird, dass der Designer angeben kann, mit welcher Rendering-Engine denn bitte gearbeitet wird, dann werden das wohl vier sein... und dann fünf? Oder sechs? Und die Idee mit dem IE für mobile Geräte wird dann wohl auch begraben werden müssen - denn so viel Rechenpower haben die kleinen Backsteinchen ja auch nicht!
Die Designer müseen weiterhin jede Webseite mit jeder Browsergeneration testen und sich dann eine aussuchen, mit der sie am besten funktioniert. Das soll dann für jeden Browser implementiert werden (ja, das wurde im Ernst bei ala diskutiert, einer Seite, die ich bisher für eigentlich sehr kompetent hielt), so dass der erwähnte steaming pile of crap wächst und wächst und wächst. Selbst standardkonforme Seiten, die in allen heutigen Browsern (mit einigen Tricks) gut gerendert werden, müssen mit den neuen Browsern wieder angepackt und getestet werden.
Die Benutzer haben weiterhin die Arschkarte, sollten sie den IE benutzen. Alle anderen Browser rendern standardgemäß oder eben nicht, der IE rendert irgendwie - für den Nutzer nicht vorhersagbar.
Ich fange jetzt gar nicht mit Problemen in der Implementierung an (was passiert bei iframes, die mit unterschiedlichen Engines gerendert werden? Funktioniert Zugriff auf das DOM?), sondern schüttle einfach nur den Kopf. Anscheinend ist nicht nur Microsoft zum alten Selbst zurückgekehrt (nach der Ankündigung, dass man den ACID2-Test besteht, hatte ich ja Hoffnungen), sondern gleich noch respektable Persönlichkeiten wie Aaron Gustafson oder Eric Meyer mit in die Untiefen der Standardinkompatibilität gerissen.
Frohes neues Jahr...
-Dennis

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