Freiheit?
Mittwoch, 14. November 2007, 15:41
Oft wird heutzutage über Freiheit geredet: Gedankenfreiheit, Rede-, Presse- und Meinungsfreiheit und wie viel oder wenig von alledem uns noch erhalten geblieben ist.
Doch zwei Lager im eigentlich doch recht großmütigen Bereich der OpenSource- oder Free-Software prügeln sich um die Definition dieses Freiheitsbegriffs mehr als alle anderen: Die Anhänger der GPL und der BSD-Lizenzen...
Doch zwei Lager im eigentlich doch recht großmütigen Bereich der OpenSource- oder Free-Software prügeln sich um die Definition dieses Freiheitsbegriffs mehr als alle anderen: Die Anhänger der GPL und der BSD-Lizenzen...
Was heißt hier Freiheit? Und worauf bezieht sich diese Freiheit? Und ist frei nicht gleich frei?
Bei BSD-Lizenzen geht es um die Freiheit des Programmierers. Software, die unter einer BSD-Lizenz steht, darf beliebig verändert, weitergegeben und auch verkauft werden, ohne dass dabei dem Vertreiber irgendwelche Zwänge auferlegt werden - außer einem: Er muss kenntlich machen, woher der Code, den er in seiner schönen neuen Software benutzt, ursprünglich kommt, wer ihn ursprünglich geschrieben hat. Deshalb fanden sich in älteren Version des berüchtigten Internet Explorers von Microsoft auch Hinweise darauf, dass bestimmte Quellkomponenten aus den Sourcen eines BSD-Derivats stammten... alles kein Problem!
Die GPL sieht das anders. Hier geht es bei der Freiheit um die der Software selbst! Die GPL garantiert, dass Software, die einmal frei war, auch immer frei sein wird: Änderungen, die an unter der GPL stehender Software vorgenommen werden, müssen offengelegt, im Idealfall an das ursprüngliche Projekt zurückgegeben werden.
Was man nun persönlich als freier ansieht, ist Ansichtssache: Bei den BSD-Lizenzen gibt es beinahe keine Einschränkungen für den Programmierer, die entstehende Software kann jedoch durchaus unfrei sein. Die GPL besteht darauf, dass die Software frei bleibt, kann aber den Austausch von Code zwischen verschiedenen Projekten behindern. Steht ein Projekt unter der GPL und ein anderes unter einer (im GPL-Sinne) weniger freien Lizenz, ist ein Austausch von Code schwierig, aus Richtung des GPL-Projektes sogar beinahe unmöglich!
Dies ist eine der wenigen Gelegenheiten, zu denen ich mit dem werten Herrn Stallmann voll und ganz übereinstimme: Einschränkungen in den Befugnissen des Programmierers sind zu verkraften, wenn dadurch sichergestellt werden kann, dass die Software frei bleibt. Auch der oft kritisierte virale Charakter der GPL, die andere, angeschlossene Projekte infiziert und zu GPL-Projekten macht ist gar nicht so dramatisch, wie es immer klingt: Der Austausch ist nun mal nicht so einfach.
Also, wer welche Freiheit für wichtiger hält, ist von Person zu Person unterschiedlich. Man sollte sich nur über die Grundsätze einig sein.
Dennis
PS: All das bitte mit einer Messerspitze Natriumchlorid im Hirn lesen - ich bin kein Anwalt!
Bei BSD-Lizenzen geht es um die Freiheit des Programmierers. Software, die unter einer BSD-Lizenz steht, darf beliebig verändert, weitergegeben und auch verkauft werden, ohne dass dabei dem Vertreiber irgendwelche Zwänge auferlegt werden - außer einem: Er muss kenntlich machen, woher der Code, den er in seiner schönen neuen Software benutzt, ursprünglich kommt, wer ihn ursprünglich geschrieben hat. Deshalb fanden sich in älteren Version des berüchtigten Internet Explorers von Microsoft auch Hinweise darauf, dass bestimmte Quellkomponenten aus den Sourcen eines BSD-Derivats stammten... alles kein Problem!
Die GPL sieht das anders. Hier geht es bei der Freiheit um die der Software selbst! Die GPL garantiert, dass Software, die einmal frei war, auch immer frei sein wird: Änderungen, die an unter der GPL stehender Software vorgenommen werden, müssen offengelegt, im Idealfall an das ursprüngliche Projekt zurückgegeben werden.
Was man nun persönlich als freier ansieht, ist Ansichtssache: Bei den BSD-Lizenzen gibt es beinahe keine Einschränkungen für den Programmierer, die entstehende Software kann jedoch durchaus unfrei sein. Die GPL besteht darauf, dass die Software frei bleibt, kann aber den Austausch von Code zwischen verschiedenen Projekten behindern. Steht ein Projekt unter der GPL und ein anderes unter einer (im GPL-Sinne) weniger freien Lizenz, ist ein Austausch von Code schwierig, aus Richtung des GPL-Projektes sogar beinahe unmöglich!
Dies ist eine der wenigen Gelegenheiten, zu denen ich mit dem werten Herrn Stallmann voll und ganz übereinstimme: Einschränkungen in den Befugnissen des Programmierers sind zu verkraften, wenn dadurch sichergestellt werden kann, dass die Software frei bleibt. Auch der oft kritisierte virale Charakter der GPL, die andere, angeschlossene Projekte infiziert und zu GPL-Projekten macht ist gar nicht so dramatisch, wie es immer klingt: Der Austausch ist nun mal nicht so einfach.
Also, wer welche Freiheit für wichtiger hält, ist von Person zu Person unterschiedlich. Man sollte sich nur über die Grundsätze einig sein.
Dennis
PS: All das bitte mit einer Messerspitze Natriumchlorid im Hirn lesen - ich bin kein Anwalt!
- Posted by: Charon
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- Topic: Software
